Lothar
Lothar, 12 min, 2021
Lothar by Paul Valentin at Verpackerei Gö
Presentation at VerpackereiGö
Am 26. Dezember 1999 zerstörte der Orkan Lothar viele Wälder in Nord- und Mitteleuropa. Einige der Wälder wurden durch den Menschen künstlich wieder aufgeforstet, andere überließ man der Natur. An einem dieser Orte entstand aus dem Bruchholz der Bäume ein Weg, der durch das Sturmwurfgebiet führt. Vom Pfad aus sollte das Nicht-Eingreifen des Menschen sichtbar gemacht werden. Das Paradox des passiven Eingreifens findet sich auf unterschiedlichen Ebenen im Werk Lothar wieder.Über den Filmaufnahmen liegen virtuelle Overlays. Sie zeigen eine seltsame technische Anlage, die entlang des Wegs verläuft. Sie wirkt wie der Versuch, die Überreste einer menschlichen Anwesenheit hermetisch von der Natur zu trennen, nachdem der Sturm sie mit den Überresten des Waldes vermischte. Die Anlage wird zum Sinnbild für das fließende Verhältnis von Natürlichem und Künstlichem und der Schwierigkeit, diese Begriffe von einander zu trennen. Gerade so, als gäbe es einen Zugang zur Natur, den nur das Künstliche bereiten kann.